WeSaveYourCopyrights » Nichtnennung des Urhebers im Fotobereich: Wer unerlaubt Fotos nutzt und den Fotografen nicht nennt, muss doppelt zahlen!

Nichtnennung des Urhebers im Fotobereich: Wer unerlaubt Fotos nutzt und den Fotografen nicht nennt, muss doppelt zahlen!

Bei der Nichtnennung des Urhebers (Fotografen) bzw. fehlendem Copyrightvermerk muss der Verletzer einen doppelten Schadensersatz zahlen.

 

Hintergrund zum Thema Fotodiebstahl und Urhebernennung

Fotos sind für eine Website wie das Salz in der Suppe. Sie vermitteln Inhalte einfacher und einprägsamer als das geschriebene Wort. Zudem transportieren sie Emotionen. Jeder, der eine ansprechende Website gestalten will, benötigt daher Fotos und Bildmaterial. Hierbei werden meistens hochwertige Fotografien professioneller Fotografen verwendet. Wer Fotos nutzen möchte, muss hierfür eine passende Erlaubnis (Lizenz) erwerben. Fotos bzw. die Erlaubnis zur Nutzung der Fotos können über das Internet, beispielsweise bei sog. Bildagenturen erworben werden.

 

Fotografen erleben es dennoch immer wieder, dass Ihre Werke unlizenziert genutzt werden („Fotodiebstahl”). In diesen Fällen stehen dem Fotografen als Urheber der Fotos gesetzliche Ansprüche gegenüber dem Rechtsverletzer zu. Der Fotograf kann von demjenigen, der sein Foto unerlaubt nutzt, eine übliche Lizenz als Schadensersatz verlangen (sog. Lizenzanalogie).

 

Verdopplung des Schadensersatzes bei Nichtnennung des Urhebers (Fotografen)

Wird der Urheber (Fotograf) namentlich im sog. Urhebervermerk (Copyright-Vermerk) nicht genannt, kommt grundsätzlich eine Verdopplung des Schadensersatzes in Betracht. Denn § 13 UrhG bestimmt, dass der Urheber, also der Fotograf, grundsätzlich einen Anspruch auf Anerkennung seiner Urheberschaft d.h. auf Nennung seiner Person als Schöpfer seines Werkes hat.

Das Recht auf Namensnennung ist auf der einen Seite Ausfluss des sog. Urheberpersönlichkeitsrechts. Die Nennung des Namens dient aber zugleich der Bewerbung des Fotografen. § 13 UrhG dient folglich auch dem Ziel, der Sicherung einer angemessenen Vergütung für die Nutzung des Werkes, wie es in § 11 S. 2 UrhG normiert ist. Die Gerichte sprechen in der Praxis bei unterlassener Namensnennung bis zu 100 % Zuschlag auf den zu zahlenden Schadensersatz zu.

Nur wenn seitens des Fotografen ein ausdrücklicher Verzicht auf die Nennung vorliegt, ist eine Nennung des Fotografen nicht erforderlich.

 

Wo und wie ist der Fotograf zu nennen?

Das Wo und Wie der Namensnennung wird in der Regel in dem Lizenzvertrag zwischen Lizenzgeber (Fotograf bzw. Bildagentur) und Lizenznehmer festgelegt. Foto- & Bildagenturen bzw. Stockanbieter haben hierzu Reglungen in ihren allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB). Bei Auftragsfotografien ist eine entsprechende individuelle Vereinbarung erforderlich. Besteht diesbezüglich keine ausdrückliche Vereinbarung, was z.B. dann der Fall ist, wenn Fotos unerlaubt genutzt werden, ist der Fotograf in der üblichen Art und Weise zu nennen. Was üblich ist, hängt von der konkreten Verwendung des Fotos ab.

Wird ein Foto beispielsweise auf einer Website genutzt, ist der Name des Fotografen in der Regel in unmittelbarer Nähe zu dem Foto anzubringen. Dass kann beispielsweise neben oder unter dem Foto oder auch – soweit lesbar – direkt im Foto der Fall sein. Die Grundregel hierbei lautet, dass aus Sicht des Betrachters immer eine klare Zuordnung zwischen Foto und Fotograf sichergestellt sein muss.

 

Bisherige Rechtsprechung zur Anbringung des Urhebervermerks bei Fotos im Internet

Eine Urhebernennung auf einer gesonderten Unterseite wie z.B. im Impressum einer Internetseite ist nicht als branchenüblich zu bezeichnen und daher nicht zu empfehlen.

Nach Ansicht des AG Düsseldorf ist die Einblendung des Namens des Fotografen, wenn der Nutzer den Mauszeiger über das Bild bewegt (sog. Mouseover), keine ausreichende Urhebernennung.

Die Namensnennung im Bild selbst ist nicht erforderlich. Das OLG Köln hat eine anders lautende Entscheidung des LG Köln, die diesbezüglich für einige Verwirrung gesorgt hat, im letzten Jahr aufgehoben.

Wie die höchstrichterliche Rechtsprechung solche Sachverhalte einstufen wird, bleibt allerdings abzuwarten, da bisher keine Entscheidung des Bundesgerichtshofes dazu vorliegt.

 

Sie suchen eine Kanzlei mit Erfahrung und Know-How im Bereich Fotorecht? Zögern Sie nicht, uns anzurufen oder schreiben Sie uns eine Email!

 

Allgemeine Informationen zum Fotorecht finden Sie unter der Rubrik „Fotorecht”.

 

© 2015 www.wesaveyourcopyrights.com