Klage Filesharing von WeSaveYourCopyrights Klage Filesharing von WeSaveYourCopyrights

Sie haben eine Klage von der WeSaveYourCopyrights Rechtsanwalts-GmbH erhalten?

Hier finden Sie allgemeine Informationen zum Thema Klage wegen illegalem Filesharing.
Diese Informationen können eine Beratung durch einen fachlich versierten Rechtsanwalt nur bedingt ersetzen.

Infos und FAQ zum Thema Klage WeSaveYourCopyrights wegen illegalem Filesharing

Warum wurde mir vom Gericht eine Klage der WeSaveYourCopyrights Rechtsanwalts-GmbH zugestellt?

Eine Klage dient der gerichtlichen Durchsetzung von Ansprüchen, wenn eine außergerichtliche Einigung nicht zu Stande gekommen ist. Sie wurden von unserer Mandantschaft aufgrund der über Ihren Internetanschluss festgestellten Urheberrechtsverletzung zunächst außergerichtlich abgemahnt. Hierbei haben Sie die Möglichkeit erhalten, die Forderungen unserer Mandantschaft durch Abgabe einer Unterlassungserklärung sowie Zahlung eines pauschalen Erledigungsbetrages abzugelten. Weil Sie die Ansprüche unserer Mandantschaft nicht erfüllt und damit eine außergerichtliche Einigung abgelehnt haben, wurden wir von unserer Mandantschaft beauftragt, Klage zu erheben, um die Ansprüche gerichtlich durchzusetzen.

Warum wurde ich nicht beim Gericht an meiner Wohnadresse verklagt? Welches Gericht ist zuständig?

Örtlich zuständig sind für Klagen wegen illegalem Filesharing, die vor dem 9.10.2013 erhoben wurden, nach dem Grundsatz des “fliegenden Gerichtsstands” gem. § 32 ZPO  alle deutschen Gerichte, da die öffentliche Zugänglichmachung über ein Filesharingnetzwerk an Nutzer im gesamten Bundesgebiet gerichtet ist (vgl. OLG Dresden, Beschluss v. 09.02.2012, 14 W 0090/12). Eine Klage kann danach also gerade auch bei einem Gericht erhoben werden, das nicht am Wohnort des Beklagten belegen ist. Für Klagen, die ab dem 9.10.2013 erhoben wurden, gilt – wenn der Beklagte eine natürliche Person ist, die urheberrechtlich geschützte Werke weder gewerblich, noch für ihre freiberufliche Tätigkeit verwendet – der Gerichtsstand des Wohnsitzes.

Wie reagiere ich auf eine Klage der WeSaveYourCopyrights Rechtsanwalts-GmbH?

Nach Zustellung der Klage haben Sie zwei Wochen Zeit anzuzeigen, ob Sie sich gegen die Klage verteidigen wollen. Wenn die Klage am Amtsgericht anhängig ist, können Sie sich auch ohne Anwalt verteidigen. Vor dem Landgericht müssen Sie sich von einem Anwalt vertreten lassen. Wenn Sie sich nicht gegen die Klage verteidigen wollen, müssen Sie nichts unternehmen. Das Gericht erlässt dann ein so genanntes Versäumnisurteil gegen Sie. Dies ist kostengünstiger als ein Urteil nach einer streitigen Hauptverhandlung. Wenn Sie sich verteidigen wollen, müssen Sie dies fristgerecht anzeigen und gegenüber dem Gericht begründen, warum die Klage Ihrer Meinung nach unberechtigt ist. In jedem Fall ist die Hinzuziehung eines fachlich versierten Rechtsanwaltes zu empfehlen, um eine Einschätzung über die Erfolgsaussichten der Verteidigung sowie über das Prozesskostenrisiko zu erhalten.

Warum wurde die Klage von der WeSaveYourCopyrights Rechtsanwalts-GmbH erst lane nach der Abmahnung erhoben?

Ansprüche aus der Verletzung von Urheberrechten verjähren frühestens nach 3 Jahren ab Kenntnis von der Rechtsverletzung bzw. ab Kenntnis des Verletzers. Aufgrund einer Vielzahl von Verstößen gegen die Rechte unserer Mandantschaft kann sich die gerichtliche Durchsetzung verzögern. Dies hat auf das Bestehen der Ansprüche keine Auswirkung. Dem geschädigten Rechteinhaber steht es grundsätzlich frei, zu entscheiden, wann er Klage erhebt.

Welches Risiko und welche Kosten kommen im Klageverfahren auf mich zu?

Ein gerichtliches Verfahren birgt zahlreiche Risiken. Neben dem Lästigkeitsfaktor, bringt ein gerichtliches Verfahren ein erhebliches Kostenrisiko mit sich. Im Zivilprozess hat die Partei, die den Rechtsstreit verliert, die Kosten des gesamten Verfahrens zu tragen. Hierzu zählen auch die Kosten des gegnerischen Anwalts sowie Gerichtskosten und ggf. die Kosten eines Sachverständigengutachtens. So können schnell mehrere tausend Euro zusammen kommen, die in der Regel nicht von der Privatrechtsschutzversicherung übernommen werden. Gerade dann, wenn die Zuverlässigkeit von Ermittlungen bestritten wird, kann oftmals nur ein Sachverständigengutachten über die Ermittlungssoftware Beweis erbringen. Die Kosten alleine eines solchen Gutachtens belaufen sich meist auf mehrere tausend Euro. Diese sind vom Verlierer des Prozesses zu tragen.

Trägt die Prozesskostenhilfe (PKH) alle Kosten, wenn ich verlieren sollte?

Selbst bei einer gewährten Prozesskostenhilfe (PKH) besteht ein nicht unerhebliches Kostenrisiko. Denn die Kosten des gegnerischen Anwalts werden nicht erstattet. Werden diese Kosten dann nicht gezahlt, kann es zu einer Zwangsvollstreckung kommen, in dessen Folge bei Zahlungsunfähigkeit ggf. eine eidesstattliche Versicherung über die Vermögensverhältnisse abgegeben werden muss. Hierdurch kann es wiederum zu einem negativen SCHUFA-Eintrag kommen, wodurch unter Umständen der Abschluss beispielsweise von Handyverträgen oder Krediten (Ratenzahlungskauf in Elektronik-Märkten, etc.) erschwert oder gar unmöglich wird.

Kann man sich nach Zustellung der Klage noch außergerichtlich mit der WeSaveYourCopyrights Rechtsanwalts-GmbH einigen bzw. vergleichen?

Eine Einigung ist auch nach Klageerhebung möglich und kann in jedem Verfahrensstadium prozessökonomisch sein. Wird durch eine Einigung z.B. der Gerichtstermin vermieden, können die mit dem Gerichtstermin verbundenen Rechtsanwaltskosten (sog. Verfahrensgebühr) vermieden werden. Sollten Sie verklagt worden sein und eine außergerichtliche Einigung anstreben, setzen Sie sich hierzu mit uns in Verbindung.

Dieser Fragen- und Antwortenkatalog erhebt keinen Anspruch auf Richtigkeit und Vollständigkeit. Die enthaltenen Angaben und Informationen wurden nach bestem Wissen und Gewissen recherchiert. Es wird aber darauf hingewiesen, dass einzelne der aufgeworfenen rechtlichen Fragen in der Literatur und/oder Rechtsprechung kontrovers diskutiert werden. Sämtliche Angaben verstehen sich daher ohne Gewähr. Diese Informationen können eine Beratung durch einen fachlich versierten Rechtsanwalt nur bedingt ersetzen. Wenn Sie verklagt wurden, sollten Sie sich rechtlich beraten lassen.